Was sind Custom Labels bei Google Shopping?
Custom Labels bei Google Shopping sind fünf frei belegbare Feld-Attribute im Merchant Center (custom_label_0 bis custom_label_4), mit denen du deine Produkte nach eigener Geschäftslogik gruppierst: Marge, Bestseller-Status, Saison, Preisklasse oder Lagerbestand. Sie ändern nichts daran, für welche Suchanfragen dein Produkt erscheint. Ihr einziger Zweck: dir in Shopping- und Performance-Max-Kampagnen eine Segmentierung an die Hand zu geben, mit der du Gebote, Budgets und ROAS-Ziele pro Produktgruppe steuerst.
Der Denkfehler der meisten Händler: Sie strukturieren ihre Kampagnen nach product_type oder Marke, also nach dem, was Google ohnehin schon kennt. Custom Labels dagegen tragen Wissen in den Feed, das nur du hast: dass Produkt A 42 % Marge bringt und Produkt B nur 8 %. Genau dieses Wissen braucht der Bidding-Algorithmus, um dein Budget dorthin zu lenken, wo es Gewinn erzeugt.
Laut Google Merchant Center Dokumentation stehen dir fünf Custom-Label-Attribute mit je 1–100 Zeichen zur Verfügung, bis zu 1.000 eindeutige Werte pro Attribut. Dieser Guide zeigt, wie du sie strategisch belegst, automatisiert befüllst und in echte ROAS-Gewinne übersetzt.
Warum Custom Labels der unterschätzte Hebel im Feed sind
Custom Labels sind das mächtigste Struktur-Werkzeug in Google Shopping, und gleichzeitig das am seltensten genutzte. Der Grund ist simpel: Ohne saubere Label-Daten kann der Algorithmus deinen margenstarken Bestseller nicht von deiner Abverkaufs-Ware unterscheiden. Beide bekommen dasselbe Gebot, dasselbe Budget, dieselbe Priorität, und dein Werbebudget verteilt sich gleichmäßig statt gewinnorientiert.
Ein Rechenbeispiel macht das greifbar. Nimm zwei Produkte mit identischem Verkaufspreis von 40 € und einer angenommenen Conversion Rate von 10 % (Break-even-CPC = Deckungsbeitrag × Conversion Rate):
- Produkt A hat 10 % Marge → 4 € Deckungsbeitrag. Der Break-even-CPC liegt bei rund 0,40 €.
- Produkt B hat 40 % Marge → 16 € Deckungsbeitrag. Der Break-even-CPC liegt bei rund 1,60 €.
Wer beiden Produkten dasselbe Maximalgebot gibt, überzahlt bei Produkt A und unterbietet bei Produkt B systematisch. Custom Labels lösen genau das: Du markierst A als marge_niedrig und B als marge_hoch und gibst jeder Gruppe ihr eigenes ROAS-Ziel. Store Growers dokumentiert in einer Case Study, wie eine Umstrukturierung nach Performance-Tiers den ROAS von 3,5 auf 5,7 hob (+63 %) und den Umsatz um 106 % steigerte, bei nur moderat gestiegenem Budget (+29 %).
Die entscheidende Regel: Baue deine Kampagnenstruktur auf deiner Custom-Label-Segmentierung auf, nicht umgekehrt. Zuerst definierst du im Feed, welches Produkt margenstark, saisonal oder ein Bestseller ist. Dann organisiert die Kampagnenstruktur diese Labels in Gebotsstrategien. Fehlt die Label-Ebene, produziert selbst ein perfekt aufgebautes Konto undifferenzierte Ergebnisse.
Die 5 wichtigsten Custom-Label-Dimensionen
Nicht jede Segmentierung lohnt sich. Diese fünf Dimensionen liefern in der Praxis den größten Hebel und passen bequem in die fünf verfügbaren Attribute.
1. Marge (der wichtigste Label)
Wenn du nur ein Attribut belegst, dann dieses. Teile dein Sortiment in drei Margen-Klassen: marge_hoch, marge_standard, marge_niedrig. Google weiß nichts über deine Einkaufspreise: dieses Wissen musst du aktiv in den Feed schreiben. Erst dann kannst du margenstarke Produkte aggressiver bewerben und margenschwache mit einem strengen ROAS-Ziel deckeln.
2. Bestseller / Performance-Tier
Markiere deine umsatz- und deckungsbeitragsstärksten Produkte als top_seller, den Rest als standard oder underperformer. Bestseller verdienen mehr Budget und ein etwas lockereres ROAS-Ziel, weil sie zuverlässig konvertieren. Achtung: Dieses Label muss regelmäßig aktualisiert werden; der Bestseller vom Q1 ist im Q4 vielleicht Ladenhüter.
3. Saisonalität
saison_sommer, saison_winter, ganzjahr: damit steuerst du Budget dorthin, wo gerade gekauft wird. Grillzubehör im Juni hochfahren, im November zurückfahren; Weihnachtsartikel genau umgekehrt. Ohne Saison-Label kämpfen deine Sommerprodukte im Dezember mit demselben Gebot um Klicks, die nie konvertieren.
4. Preisklasse
Buckets wie preis_0-49, preis_50-99, preis_100-199, preis_200+. Teurere Produkte erzeugen pro Verkauf mehr absoluten Gewinn und rechtfertigen höhere Gebote, auch bei gleichem Prozent-ROAS. Preisklassen lassen sich zudem vollautomatisch per Feed-Regel aus dem price-Feld ableiten (siehe unten).
5. Produktstatus / Lifecycle
neu, bestseller, abverkauf, aktion. Neuware braucht eine Lernphase mit geduldigem Gebot, Abverkaufsware will schnell raus (Maximize Conversions statt Ziel-ROAS), Aktionsware wird zeitlich befristet gepusht. Ein Lifecycle-Label hält diese Phasen sauber getrennt.
Ein bewährtes Grundgerüst über alle fünf Attribute:
| Attribut | Dimension | Beispielwerte |
|---|---|---|
custom_label_0 | Marge | marge_hoch · marge_standard · marge_niedrig |
custom_label_1 | Performance | top_seller · standard · underperformer |
custom_label_2 | Saison | saison_sommer · saison_winter · ganzjahr |
custom_label_3 | Preisklasse | preis_0-49 · preis_50-99 · preis_100-199 · preis_200+ |
custom_label_4 | Lifecycle | neu · bestseller · abverkauf · aktion |
Von Labels zu Geboten: eine konkrete Kampagnenstruktur
Labels allein bringen nichts: sie entfalten ihren Wert erst, wenn du pro Segment eine eigene Gebotsstrategie fährst. Der Sinn der Segmentierung ist, dass margenstarke Bestseller aggressiv beworben und margenschwache Produkte streng gedeckelt werden.
Ein pragmatischer Startpunkt, der custom_label_0 (Marge) mit custom_label_1 (Performance) kombiniert:
| Segment | Gebotsstrategie | Logik |
|---|---|---|
| Hohe Marge + Bestseller | Ziel-ROAS ~300 %, hohes Budget | Maximaler Gewinn, verlässliche Conversions |
| Hohe Marge + Standard | Ziel-ROAS ~400 % | Wachstum mit Sicherheitsnetz |
| Niedrige Marge | Ziel-ROAS ~500 % | Nur profitabel, wenn sehr effizient |
| Abverkauf / Clearance | Maximize Conversions, CPA-Cap | Lager räumen, Volumen vor Marge |
Ein wichtiger Guardrail aus der Praxis: Aktiviere Ziel-ROAS erst, wenn ein Segment mindestens 30–50 Conversions pro Monat sammelt. Darunter drosselt der Algorithmus die Gebote so stark, dass die Kampagne nie genug Daten für eine saubere Lernphase bekommt. Segmente mit wenig Volumen fährst du besser mit „Conversions maximieren" und einem CPA-Ziel.
Wenn du die Zusammenhänge zwischen Marge, CPC und ROAS vertiefen willst, hilft dir unser Guide zur Google-Shopping-ROI-Berechnung beim sauberen Durchrechnen der Break-even-Schwellen.
Custom Labels in Performance Max nutzen
Custom Labels funktionieren in Performance Max genauso wie in Standard-Shopping: du bildest damit Listing-Gruppen innerhalb einer Kampagne oder trennst ganze Kampagnen nach Segment. Das ist in PMax besonders wertvoll, weil du dort weniger manuelle Kontrolle hast: Die einzige verlässliche Stellschraube, um margenstarke von margenschwachen Produkten zu trennen, ist die Aufteilung nach Custom Label.
In der Praxis heißt das: Du legst getrennte PMax-Kampagnen (oder Asset-Gruppen) pro Margen-Tier an und gibst jeder ihr eigenes ROAS-Ziel. So verhinderst du, dass PMax dein gesamtes Budget in Klick-starke, aber margenschwache Produkte kippt (ein häufiger Grund für hohen Umsatz bei mageren Gewinnen). Wie stark die Feed-Qualität die PMax-Leistung insgesamt beeinflusst, zeigt unser Guide zur Performance-Max-Feed-Qualität.
Custom Labels automatisiert befüllen
Bei mehr als ein paar hundert Produkten ist manuelles Labeln keine Option: Tippfehler wie top_seller vs. topseller erzeugen aus einem Segment zwei kaputte, und die Werte veralten, sobald sich Margen oder Bestseller ändern. Es gibt drei saubere Wege, Labels automatisch zu setzen:
1. Feed-Regeln im Merchant Center. Für deterministische Zuordnungen ideal. Eine Preisklasse leitest du direkt aus dem price-Feld ab: „Wenn price zwischen 0 und 49 € → setze custom_label_3 auf preis_0-49". Google unterstützt genau solche Wenn-Dann-Regeln nativ.
2. Supplemental Feed. Für Daten, die nur in deinem ERP oder deiner Analytics leben: Einkaufspreise, Deckungsbeiträge, Abverkaufs-Kandidaten. Du exportierst eine Tabelle mit id + Custom-Label-Spalten und spielst sie als Supplemental Feed ein, der per Produkt-ID mit deinem Hauptfeed verknüpft wird. Dein Original-Feed bleibt dabei unberührt.
3. KI-gestützte Feed-Optimierung. Moderne Tools leiten Segmente aus Produktdaten und Performance-Historie ab und schreiben sie normalisiert in den Feed zurück. Das eliminiert Tippfehler und hält die Labels aktuell.
Die eiserne Regel: Die Geschäftslogik (welche SKU margenstark ist, welche ein Bestseller) kommt immer aus deinen Daten. Google kann sie nicht erraten.
Häufige Fehler bei Custom Labels
Der teuerste Fehler ist Über-Segmentierung. Wer sein Sortiment in 40 Mikro-Segmente zerlegt, verbringt mehr Zeit mit Pflege, als die Optimierung je einspielt, und zersplittert die Daten so fein, dass kein Segment genug Conversions für eine Lernphase sammelt. Beginne mit 2–3 Gruppen pro Attribut und verfeinere schrittweise.
Die weiteren Klassiker:
- Statische Labels. Margen, Bestseller und Saison ändern sich: deine Labels müssen mitwandern. Ein Label, das seit einem Jahr nicht aktualisiert wurde, ist schlimmer als kein Label, weil es falsche Signale gibt.
- Inkonsistente Werte.
abverkauf,Abverkaufundclearancesind für Google drei verschiedene Segmente. Normalisiere deine Werte strikt (Kleinschreibung, keine Umlaute in den Werten, feste Schreibweise). - Zu häufige Änderungen. Jede Label-Änderung setzt die Lernphase der betroffenen Kampagne teilweise zurück. Ändere Labels gebündelt in verkehrsschwachen Zeiten, nicht täglich.
- Labels als Ranking-Hebel missverstehen. Custom Labels beeinflussen nicht, für welche Suchen du erscheinst. Wer Sichtbarkeit will, muss an Titel, Attributen und Feed-Fehlern arbeiten, nicht an Custom Labels.
Wie FeedOptimizer.AI dich bei der Segmentierung unterstützt
Custom Labels stehen und fallen mit der Datenqualität dahinter, und genau hier setzt FeedOptimizer.AI an. Bevor du Produkte nach Marge oder Bestseller-Status segmentierst, sollten Titel, Beschreibungen, Attribute und Kategorien sauber sein, sonst optimierst du auf einer wackligen Basis:
- KI-Feed-Optimierung über 12 Produkt-Domänen: saubere Titel, Beschreibungen und Attribute als Fundament für jede Segmentierung (so funktioniert KI-Feed-Optimierung)
- Supplemental-Feed-Upload direkt ins Merchant Center: der ideale Kanal, um deine Custom-Label-Spalten einzuspielen, ohne den Original-Feed anzufassen
- Quality Score pro Produkt, mit dem du deine Bestseller- und Performance-Tiers datenbasiert statt aus dem Bauch heraus definierst
- Workbench-Review mit Vorher/Nachher-Vergleich und Bulk-Freigabe
Wenn du verschiedene Feed-Tools vergleichst, ist unser Feed Management Tool Vergleich 2026 der schnellste Weg, die Anbieter nebeneinander zu sehen.
Häufige Fragen
Wie viele Custom Labels gibt es bei Google Shopping?
Es gibt fünf Custom-Label-Attribute: custom_label_0 bis custom_label_4. Jeder Wert darf 1–100 Zeichen lang sein, und du kannst bis zu 1.000 eindeutige Werte pro Attribut vergeben (maximal 5.000 im Konto). Pro Produkt ist jedoch nur ein Wert je Attribut erlaubt: ein Produkt kann in custom_label_0 nicht gleichzeitig „sommer" und „winter" sein.
Beeinflussen Custom Labels mein Google-Shopping-Ranking?
Nein. Custom Labels ändern nicht, für welche Suchanfragen dein Produkt erscheint oder wie es rankt. Sie sind ein reines Organisations- und Gebots-Werkzeug für die Kampagnenebene. Für bessere Sichtbarkeit musst du an Produkttitel, Attributen und der Google Product Category arbeiten, nicht an Custom Labels.
Womit sollte ich custom_label_0 belegen?
In den meisten Fällen mit der Gewinnmarge. Die Marge ist die Information, die Google definitiv nicht hat und die die Rentabilität deiner Gebote am stärksten bestimmt. Teile dein Sortiment in drei Margen-Klassen und gib jeder ein eigenes ROAS-Ziel: das ist der schnellste Weg zu profitablerem Shopping-Budget.
Wie automatisiere ich das Setzen von Custom Labels?
Deterministische Labels wie Preisklassen setzt du per Feed-Regel im Merchant Center direkt aus dem price-Feld. Daten aus deinem ERP (Margen, Bestseller) spielst du am besten über einen Supplemental Feed ein, der per Produkt-ID mit dem Hauptfeed verknüpft wird. So bleibt der Original-Feed unangetastet und die Labels aktualisieren sich mit jedem Upload.
Wie viele Segmente sollte ich anlegen?
Starte mit zwei bis drei Werten pro Attribut und verfeinere erst, wenn die Datenlage es hergibt. Jedes Segment braucht genug Conversions (Richtwert 30–50/Monat), damit smarte Gebotsstrategien lernen können. Über-Segmentierung zersplittert die Daten und kostet mehr Pflegezeit, als sie einspielt.
Fazit: Segmentiere nach Gewinn, nicht nach Bequemlichkeit
Custom Labels sind der Unterschied zwischen „viel Umsatz, wenig Gewinn" und einem Shopping-Konto, das dein Budget gezielt in die profitabelsten Produkte lenkt. Die drei Take-aways:
- Marge zuerst. Belege
custom_label_0mit deiner Gewinnmarge: das ist der Hebel mit dem höchsten Ertrag, weil Google diese Information sonst nicht hat. - Struktur folgt Labels. Definiere erst die Segmente im Feed, dann baue die Kampagnenstruktur darauf. Nicht umgekehrt.
- Automatisieren, nicht handpflegen. Feed-Regeln für Deterministisches, Supplemental Feed für ERP-Daten. Manuelles Labeln skaliert nicht und veraltet.
Starte klein: Marge in drei Klassen, Bestseller-Flag, ein Saison-Label, und miss den ROAS nach 14 Tagen pro Segment. Der Store-Growers-Case mit +63 % ROAS zeigt, wie groß der Hebel ist, wenn die Datenbasis stimmt.
Lege mit einem sauberen Feed das Fundament: Optimiere deine ersten 200 Produkte kostenlos mit , ohne Kreditkarte und ohne dass dein Original-Feed angefasst wird.




