Was ist neu im Google Merchant Center Next 2026?
Merchant Center Next ist 2026 kein neues Interface mehr: Es ist das einzige Merchant Center. Und in diesem Jahr landen gleich mehrere harte Änderungen gleichzeitig: Die alte Content API wird am 18. August 2026 endgültig abgeschaltet, der Feed bekommt neue Pflicht- und Optional-Attribute (Video, Mindestbestellwert, höhere Bild-Auflösung), und Google macht erstmals sichtbar, wie deine Produkte in AI Mode, AI Overviews und der Gemini-App performen.
Wer den Überblick verliert, riskiert Konkretes: abgeschaltete Produktlistings, Warnungen im Feed oder verpasste Sichtbarkeit auf den neuen KI-Shopping-Flächen. Dieser Guide bündelt alle relevanten Merchant Center Next Features 2026, mit Deadline-Tabelle, Quellenangaben und einer klaren To-do-Liste pro Feature.
Die wichtigsten Deadlines 2026 auf einen Blick
Die schmerzhafteste Änderung ist nicht ein neues Feature, sondern ein Abschalttermin. Diese Tabelle zeigt, was wann passiert, und was du dafür tun musst.
| Datum | Was passiert | To-do |
|---|---|---|
| 28. Feb 2026 | Merchant API v1beta abgeschaltet (Beta-Version der neuen Merchant API) | Auf v1 migrieren |
| 14. Apr 2026 | Neue Attribute verfügbar; Bild- & Video-Warnungen starten | Feed erweitern |
| 30. Jun 2026 | video_link wird ausgespielt + Qualitätsprüfung startet | Videos einreichen |
| 18. Aug 2026 | Content API für Shopping wird permanent abgeschaltet | Auf Merchant API migrieren |
| 31. Jan 2027 | Bild-Mindestauflösung 500×500 px wird durchgesetzt | Bilder hochskalieren |
Laut Googles eigener Entwickler-Dokumentation ist der 18. August kein empfohlener Zielwert, sondern eine harte Abschaltung. Wer danach noch auf der Content API läuft, verliert seine Produktlistings an diesem Tag. Behandle die Tabelle als Pflicht-Roadmap, nicht als Empfehlung.
Content API wird abgeschaltet: Der Wechsel zur Merchant API
Google ersetzt die Content API for Shopping vollständig durch die neue Merchant API und schaltet die alte Schnittstelle am 18. August 2026 ab. Jeder, der seinen Feed oder seine Produktdaten programmatisch oder über ein Tool an Google überträgt, ist davon betroffen.
Die Merchant API ist kein Update, sondern ein Rebuild: modular, ressourcenbasiert und auf große Kataloge sowie mehrere Datenquellen ausgelegt. Statt eines monolithischen Endpunkts gibt es jetzt einzeln ansprechbare Sub-APIs (Produkte, Datenquellen, Konten, Reporting), was effizientere Teil-Updates und bessere Skalierung erlaubt.
So prüfst du, ob du betroffen bist: Geh im Merchant Center auf Einstellungen → Datenquellen und sieh dir die Spalte Quelle an. Zeigt eine Datenquelle dort „Content API", musst du vor dem 18. August migrieren. Die gute Nachricht: Wenn du ein modernes Feed-Tool nutzt, übernimmt dein Anbieter die Migration meist im Hintergrund. Frag aber aktiv nach, statt es anzunehmen. Manuelle Feed-Uploads und Google-Sheets-Feeds sind von der Abschaltung nicht betroffen.
Neue Feed-Attribute 2026: Video, Versand und Bilder
Seit dem 14. April 2026 stehen mehrere neue Produkt-Attribute bereit: drei rund um Versand, eines für Video und eine verschärfte Bild-Anforderung. Sie sind teils optional, teils mit harter Durchsetzungsfrist. Hier zählt jedes Detail, denn Feed-Warnungen werden schnell zu Ablehnungen.
Versand-Attribute auf Produktebene
handling_cutoff_time: definiert die tägliche Uhrzeit, bis zu der eine Bestellung noch am selben Tag bearbeitet wird. Ohne das Attribut nimmt Google standardmäßig 8 Uhr morgens (PST) an, was für deutsche Händler oft falsch ist.minimum_order_value: legt den Mindestbestellwert fest, ab dem ein Produkt mit einem bestimmten Versand-Setup bestellbar ist.- Loyalty-Versand-Labels: neue Sub-Attribute (Programm-Label + Tier-Label), mit denen du loyalitätsbasierte Versandvorteile pro Produkt ausweist.
Video-Attribut
Das neue Attribut video_link ist optional und erlaubt mehrere Werte. Einreichen kannst du Produktvideos seit dem 14. April; ausgespielt werden sie seit dem 30. Juni 2026, seitdem läuft auch die Qualitätsprüfung. Für visuell getriebene Kategorien (Mode, Möbel, Sport) ist das ein früher Vorsprung, weil die meisten Wettbewerber noch keine Videos liefern.
Höhere Bild-Mindestauflösung
Google hebt die Mindestauflösung für Produktbilder auf 500×500 Pixel an. Warnungen erscheinen seit dem 14. April 2026, die Durchsetzung beginnt am 31. Januar 2027. Empfohlen werden 1.500×1.500 Pixel für die beste Performance. Wer noch mit alten 250er-Thumbnails arbeitet, sollte das Re-Export-Projekt jetzt einplanen. Bei tausenden SKUs ist das kein Tagesgeschäft. Mehr dazu, wie du solche Feed-Warnungen systematisch vermeidest, liest du im Guide zu häufigen Google-Shopping-Feed-Fehlern.
AI Performance Insights: Wie deine Produkte in AI Mode performen
Mit den AI Performance Insights zeigt Google am 27. Mai 2026 erstmals, wie deine Produkte über AI Mode in der Suche, AI Overviews und die Gemini-App hinweg auftauchen. Der Report rollt in den kommenden Monaten in den USA, Kanada, Australien, Indien und Neuseeland aus. Der DACH-Rollout folgt erfahrungsgemäß mit Verzögerung, aber die Logik dahinter gilt schon jetzt.
Der Report besteht aus vier Bausteinen:
- Share of Voice: deine Marken-Sichtbarkeit auf KI-getriebenen Shopping-Journeys, verglichen mit ähnlichen Händlern.
- Shopping-Funnel-Performance: dein Share of Voice getrennt für Discovery, Evaluation und Purchase (drei eigenständige Werte, keine Aufteilung eines Gesamtwerts). In Googles eigenem Beispiel liegt er bei 18,1 % in Discovery, 33,7 % in Evaluation und 9,3 % in Purchase.
- Product Term Insights: populäre konversationelle Suchbegriffe plus dein Share of Voice dafür.
- Product Attribute Completeness: markiert Produkte, denen strukturierte Attribute fehlen, nach denen Nutzer häufig suchen (Farbe, Stil, Material).
Warum das wichtig ist, zeigen Googles eigene Zahlen aus der Ankündigung: AI Mode hat weltweit über 1 Milliarde monatlich aktive Nutzer überschritten, der Shopping Graph umfasst mehr als 60 Milliarden Produktlistings, von denen über 2 Milliarden stündlich aktualisiert werden. Dazu sind AI-Mode-Anfragen im Schnitt dreimal länger als klassische Suchanfragen, und jede sechste nutzt Sprache oder Bilder. Übersetzt heißt das: Vollständige, strukturierte Attribute sind nicht mehr Kür, sondern die Voraussetzung, in diesen langen, spezifischen KI-Anfragen überhaupt aufzutauchen.
Der vierte Baustein, Product Attribute Completeness, ist der eigentliche Weckruf. Google sagt dir jetzt schwarz auf weiß, welche Attribute fehlen, damit deine Produkte in KI-Antworten matchen. Das ist keine Nettigkeit, sondern ein Ranking-Signal mit Ansage.
– Dennis Gerich, Gründer & CEO, FeedOptimizer.AI
Conversational Attributes: Der Feed für die KI-Suche
Conversational Attributes sind optionale, strukturierte Attribute, mit denen du der KI die Nuancen deiner Produkte erklärst: Sie ergänzen die normale Produktdatenspezifikation und beeinflussen den Genehmigungsstatus deiner Produkte nicht. Google nutzt sie, um Produkte besser mit konversationellen Suchanfragen über AI Mode, Gemini und weitere KI-Flächen zu matchen.
Es gibt sechs neue Attribute:
- Question and answer: vorformulierte Fragen und Antworten zum Produkt
- Document link: Link auf weiterführende Dokumente (z. B. Größentabellen, Datenblätter)
- Related product: verwandte Produkte
- Item group title: Titel der Produktgruppe
- Variant option: Varianten-Option (z. B. Farbe, Größe)
- Popularity rank: Beliebtheits-Rang innerhalb deines Sortiments
Einreichen kannst du sie über einen Supplemental Feed (empfohlen), deine primäre Datenquelle oder die Merchant API. Der Supplemental-Weg ist der sicherste, weil dein Original-Feed unangetastet bleibt. Wie das genau funktioniert, steht im Supplemental-Feed-Guide. Da die Attribute den Genehmigungsstatus nicht berühren, kannst du sie risikofrei testen.
Weitere Neuerungen: Agenturen und automatische Daten-Extraktion
Zwei strukturelle Änderungen vervollständigen das 2026er-Bild: ein dediziertes Agentur-Center und die automatische Produktdaten-Extraktion von deiner Website.
Merchant Center für Agenturen startete im März 2026 in den USA und Kanada und ist seit dem 11. Mai 2026 weltweit allgemein verfügbar, also auch für DACH-Agenturen: ein zentrales Command-Center, um das komplette Kundenportfolio an einem Ort zu verwalten, statt zwischen Konten zu springen.
Die automatische Produktdaten-Extraktion zieht Titel, Beschreibungen, Preise und Bilder direkt von deiner Website, gedacht für Händler ohne strukturierten Feed. Praktisch für den Einstieg, aber mit einer Einschränkung: Was Google automatisch extrahiert, ist selten so präzise wie ein bewusst optimierter Feed. Gerade bei Titeln und Attributen lohnt sich die Kontrolle, weil hier die Produkttitel-Struktur über die Sichtbarkeit entscheidet.
Was du jetzt konkret tun solltest
Die Features wirken einzeln überschaubar, summieren sich aber zu einem echten Arbeitspaket. Diese Reihenfolge priorisiert nach Deadline und Risiko:
- Migrations-Status prüfen (höchste Priorität). Einstellungen → Datenquellen → Spalte „Quelle". Steht dort „Content API", kläre mit deinem Feed-Tool oder Entwickler die Migration vor dem 18. August.
- Bilder auditieren. Alles unter 500×500 px identifizieren und ein Re-Export-Projekt aufsetzen, bevor die Durchsetzung am 31. Januar 2027 greift.
- Attribut-Lücken schließen. Farbe, Material, Größe, Stil: genau die Felder, die Google jetzt in der Completeness-Ansicht markiert. Mehr dazu im Guide zu Produktbeschreibungen.
- Conversational Attributes testen. Über einen Supplemental Feed risikofrei einführen, beginnend mit deinen umsatzstärksten Produkten.
- Video für visuelle Kategorien. Wenn du Mode, Möbel oder Sport verkaufst,
video_linkjetzt befüllen. Der Vorsprung ist real, solange die Konkurrenz noch zögert.
Das alles manuell über tausende Produkte zu ziehen, ist genau der Punkt, an dem KI-Feed-Optimierung den Hebel ansetzt, wie das funktioniert, liest du hier.
Häufige Fragen
Muss ich wirklich vor dem 18. August 2026 migrieren?
Ja, wenn eine deiner Datenquellen über die Content API for Shopping läuft. Google schaltet die Schnittstelle an diesem Tag permanent ab. Betroffene Produktlistings verschwinden. Prüfe deinen Status unter Einstellungen → Datenquellen. Manuelle Uploads und Google-Sheets-Feeds sind nicht betroffen, nur API-Anbindungen.
Was ist der Unterschied zwischen Merchant Center und Merchant Center Next?
Merchant Center Next ist die komplett überarbeitete Oberfläche und Infrastruktur, die das klassische Merchant Center 2026 vollständig ersetzt hat. Es ist kein optionales Upgrade mehr, sondern Standard. Die größten Unterschiede liegen in der neuen Merchant API, den AI-Reporting-Funktionen und der automatischen Datenextraktion.
Sind Conversational Attributes Pflicht?
Nein. Conversational Attributes sind vollständig optional und ergänzen deine normale Produktdatenspezifikation. Sie beeinflussen den Genehmigungsstatus deiner Produkte nicht. Empfehlenswert sind sie trotzdem, weil sie die Sichtbarkeit auf KI-Flächen wie AI Mode und Gemini verbessern.
Ab wann gilt die 500×500-Pixel-Bildregel?
Warnungen erscheinen seit dem 14. April 2026, die echte Durchsetzung beginnt am 31. Januar 2027. Bis dahin werden Produkte mit kleineren Bildern nicht abgelehnt, aber markiert. Google empfiehlt 1.500×1.500 Pixel für die beste Darstellung in den neuen, bildlastigen KI-Shopping-Flächen.
Bekommt der DACH-Markt die AI Performance Insights auch?
Der erste Rollout ab Mai 2026 umfasst die USA, Kanada, Australien, Indien und Neuseeland. Ein DACH-Rollout ist noch nicht datiert, folgt aber erfahrungsgemäß mit einigen Monaten Verzögerung. Die zugrunde liegende Logik, vollständige Attribute für KI-Matching, gilt unabhängig vom Rollout schon heute.
Fazit: Merchant Center Next macht die Migration 2026 zur Pflicht
Merchant Center Next bündelt 2026 drei Dinge gleichzeitig: eine harte Abschaltung (Content API), eine Reihe neuer Feed-Anforderungen (Video, Versand, Bilder) und eine neue Sichtbarkeitsebene (AI Mode, Conversational Attributes). Wer nur auf die hübsche neue Oberfläche schaut, übersieht die Deadlines darunter.
Die drei Take-aways:
- Die Migration ist nicht optional. Der 18. August 2026 ist ein hartes Datum. Prüfe deinen Datenquellen-Status diese Woche, nicht erst kurz vor der Deadline.
- Attribut-Vollständigkeit ist jetzt ein sichtbares Ranking-Signal. Google sagt dir wörtlich, welche Attribute fehlen. Schließe die Lücken, bevor es deine KI-Sichtbarkeit kostet.
- Die KI-Flächen sind der eigentliche Wachstumshebel. Bei über 1 Milliarde AI-Mode-Nutzern und dreimal längeren Anfragen entscheidet die Daten-Tiefe, ob du in den Antworten auftauchst.
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